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	<title>Bildungsarbeit | Journalistenbüro work in progress</title>
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	<description>Hier bloggen die freien Journalisten Jörn Boewe und Johannes Schulten</description>
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		<title>Eine &#8222;Think-Bank&#8220; für unsere ehemalige gewerkschaftliche Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jun 2023 08:51:18 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe style="border: none; overflow: hidden;" src="https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FRETTETKonradshoehe%2Fposts%2Fpfbid0YkZYm4QTkpBbhEMku6YfJbMLm62XZ6ctp49npZQg85yDjGLZDqu2pYyx1nCv4hDYl&amp;show_text=true&amp;width=500" width="500" height="781" frameborder="0" scrolling="no" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p><p>The post <a href="https://work-in-progress-journalisten.de/eine-think-bank-fuer-unsere-ehemalige-gewerkschaftliche-jugendbildungsstaette-berlin-konradshoehe/">Eine „Think-Bank“ für unsere ehemalige gewerkschaftliche Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe</a> first appeared on <a href="https://work-in-progress-journalisten.de">Journalistenbüro work in progress</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Verführerische Blase</title>
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		<dc:creator><![CDATA[work in progress]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Mar 2017 20:46:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ver.di schließt die gewerkschaftliche Bildungseinrichtung Berlin-Konradshöhe Von Jörn Boewe, neues deutschland, 10. März 2017 Auf den ersten Blick sieht das Transparent vor dem Grundstück aus wie die Werbeplane eines Bauträgers. Aber noch werden hier, in der Stößerstr. 18 in Berlin-Konradshöhe, &#8230; <a href="https://work-in-progress-journalisten.de/verfuehrerische-blase/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Ver.di schließt die gewerkschaftliche Bildungseinrichtung Berlin-Konradshöhe</h1>
<p><a href="https://www.neues-deutschland.de/artikel/1044299.verfuehrerische-blase.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Von Jörn Boewe, neues deutschland, 10. März 2017</em></a></p>
<p>Auf den ersten Blick sieht das Transparent vor dem Grundstück aus wie die Werbeplane eines Bauträgers. Aber noch werden hier, in der Stößerstr. 18 in Berlin-Konradshöhe, keine Luxuswohnungen errichtet. »Hier verbauen wir uns unsere Zukunft« steht auf einem großen Transparent, und statt Bauherren sind »Ab-Bauherren« darauf verzeichnet: Frank Bsirske, Frank Werneke, Christoph Meister &#8211; alle drei Mitglieder im ver.di-Bundesvorstand &#8211; als Generalunternehmer firmiert die Immobilien- und Vermögensverwaltung von ver.di (IVG/VVG).</p>
<div id="attachment_1091" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2017/03/33212678551_7baa2268c9_z.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1091" class="size-full wp-image-1091" src="http://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2017/03/33212678551_7baa2268c9_z.jpg" alt="" width="640" height="427" srcset="https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2017/03/33212678551_7baa2268c9_z.jpg 640w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2017/03/33212678551_7baa2268c9_z-300x200.jpg 300w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2017/03/33212678551_7baa2268c9_z-450x300.jpg 450w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><p id="caption-attachment-1091" class="wp-caption-text">Keine amtliche Bekanntmachung, aber auch kein Fake. Foto: Jörn Boewe</p></div>
<p><span id="more-1078"></span></p>
<div class="Content">
<div class="Image Big"> Natürlich ist es keine amtliche Bekanntmachung, die auf dem Gelände der ver.di-Jugendbildungsstätte Konradshöhe steht, aber ein »fake« ist es auch nicht. Nach 56 Jahren soll die gewerkschaftliche Bildungseinrichtung geschlossen werden. Nicht, weil es dort kein Interesse mehr an politischer Bildungsarbeit für junge Leute gäbe. Aber ver.di braucht Geld, und wie überall in Berlin explodieren in Konradshöhe die Grundstückspreise. Das direkt am Havelufer gelegene rund 5000 Quadratmeter große Areal ist ein Filetstück, auf dem schon bald hochpreisige Eigentumswohnungen entstehen könnten, wie sie in der Gegend seit ein paar Jahren überall gebaut werden.</div>
<p>Uli Dalibor, langjähriger Fachgruppenleiter Einzelhandel in der ver.di Bundesverwaltung und Vorsitzender des Fördervereins der Bildungsstätte ist fassungslos. »Dumm und ignorant« nennt er die Entscheidung. »Tausende Jugendliche aus dem Berliner Norden werden künftig keine Chance mehr haben, unsere Bildungsangebote wahrzunehmen. In Zeiten, wo Rassismus und Rechtspopulismus grassieren, ist das ein Desaster.« An die 1700 Jugendliche haben hier jedes Jahr Seminare belegt wie: »Rechte und Pflichten in der Ausbildung«, »Beziehungskisten und Gender«, »Entspannt durch die Prüfung« oder »Die Macht der Medien«. Hier trafen sich regelmäßig Schülervertreter aus der Plattenbausiedlung Märkisches Viertel, fanden Integrationskurse für jugendliche Geflüchtete statt. Noch im September trafen sich hier junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus Asien, Amerika und Europa, um ihre Forderungen für den diesjährigen Weltkongress der UNI Commerce Global Union vorzubereiten.</p>
<p>Für 65 000 DM hatte die Deutsche Angestelltengewerkschaft DAG das Grundstück am 26. Juni 1957 gekauft. Willy Brand, seinerzeit Regierender Bürgermeister von Westberlin, legte 1961 den Grundstein. Heute kann die ver.di-Vermögensverwaltung bei einem Verkauf ein Vielfaches dieses Preises erzielen. Von bis zu elf Millionen Euro ist die Rede &#8211; eine Zahl, die die Pressestelle des Bundesvorstands auf Nachfrage nicht kommentieren will und die trotz expandierender Immobilienblase deutlich übertrieben sein dürfte.</p>
<p>Offiziell ist der erwartete Erlös aus dem Grundstücksgeschäft natürlich nicht der Grund für die Schließung. Vielmehr weise das Gebäude »bauliche Mängel« auf, deren Beseitigung »mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden« wäre, so eine ver.di-Sprecherin. Konkrete Zahlen will sie nicht nennen. Die stehen allerdings in einem Gutachten, das die ver.di-Immobilienverwaltung 2011 in Auftrag gab: »Das Gebäude befindet sich in einem ausreichenden gebrauchsfähigen Gesamtzustand«, heißt es in der dem »nd« vorliegenden Expertise. Kurzfristig seien Reparaturen im Wert von 165 000 Euro nötig, mittelfristige Instandsetzungskosten beziffern die Ingenieure auf 720 000 Euro. Und tatsächlich wurden nach dem Gutachten die Arbeiten in Angriff genommen. 400 000 Euro hat ver.di bereits in die Sanierung investiert &#8211; fast die Hälfte des prognostizierten Bedarfs.</p>
<p>Die laufenden Kosten für den Betrieb der Bildungsstätte erwirtschaftet die Bildungsstätte selbst, betont Vereinsvorsitzender Dalibor. Ver.di trägt die Mietkosten von 100 000 Euro im Jahr, was praktisch heißt: die ver.di-Jugendbildungsstätte konnte Haus und Gelände mietfrei nutzen. Durch ihr vielfältiges Bildungsangebot akquirierte sie zusätzliche öffentliche Förderung durch das Land in Höhe von 180 000 Euro jährlich &#8211; Geld, das der ver.di-Jugendbildungsarbeit nun mit der Schließung verlorengeht.</p>
<p>Ungewiss ist auch die Zukunft für die zwölf Beschäftigten des Hauses. Ihre Arbeitsverhältnisse wurden zum 31. März gekündigt. Arbeitsrechtlichen Beistand &#8211; wie es für Gewerkschaftsmitglieder Standard ist &#8211; habe ihnen ver.di versagt, berichtet ein Mitarbeiter. Der Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft schiebt dem »freien Träger« die Verantwortung zu: »Bei dem Haus in Konradshöhe handelt es sich nicht um eine Bildungsstätte von ver.di, sondern um eine im Besitz der IVG/VVG befindliche Immobilie, die vermietet wurde«, heißt es dort. »Es handelt sich um Angestellte des Vereins, nicht von ver.di.«</p>
<p>Das Vorgehen erinnert fatal an die Schließung der ver.di-Bildungsstätte im westfälischen Lage-Hörste vor zwei Jahren. Auch dort war mit einem angeblich enormen Investitionsbedarf argumentiert worden &#8211; auf dem Gewerkschaftstag wurde das Haus als »Bruchbude« bezeichnet. Drei bis vier Millionen müssten aufgebracht werden, um die behördlichen Brandschutzauflagen zu erfüllen &#8211; dies sei für die Gewerkschaft nicht zu stemmen. Das Haus wurde geschlossen und sollte zeitweilig als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Presseberichten zufolge stellte sich plötzlich heraus, dass die Brandschutzmaßnahmen bis auf kleine Nachbesserungen doch ausreichend waren.</p>
<p>Der Deal kam dann aus anderen Gründen nicht zustande. Auf der leerstehenden Immobilie sitzt ver.di bis heute. Zu den damit verbundenen Kosten schweigt die Bundesverwaltung: »Wir geben grundsätzlich keine Auskünfte über Vermögenswerte und die Verwendung von Liegenschaften«, heißt es dort nur lapidar.</p>
</div>
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<p><!--more--></p>
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		<title>Die Lieferketten organisieren</title>
		<link>https://work-in-progress-journalisten.de/die-lieferketten-organisieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[work in progress]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2016 15:53:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>International vernetzt: Junge Gewerkschafter aus vier Kontinenten diskutierten in Berlin Antworten auf Strategien der globalen Handelskonzerne Von Jörn Boewe, junge Welt, 20. Sept. 2016 T-Shirts, die in Berlin oder New York über den Ladentisch gehen, werden in Vietnam, der Türkei &#8230; <a href="https://work-in-progress-journalisten.de/die-lieferketten-organisieren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>International vernetzt: Junge Gewerkschafter aus vier Kontinenten diskutierten in Berlin Antworten auf Strategien der globalen Handelskonzerne</strong><br />
<a href="https://www.jungewelt.de/artikel/294035.die-lieferketten-organisieren.html" target="_blank" rel="noopener"><em>Von Jörn Boewe, junge Welt, 20. Sept. 2016</em></a></p>
<p>T-Shirts, die in Berlin oder New York über den Ladentisch gehen, werden in Vietnam, der Türkei oder Kolumbien genäht. Die Arbeitsbedingungen dort sind oft katastrophal. Spätestens seit dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikhochhauses im April 2013 in Bangladesch, bei dem mehr als tausend Beschäftigte getötet wurden, ist das Thema in der Öffentlichkeit. Doch nicht nur Modekonzerne sind international aufgestellt – alle großen Handelsunternehmen agieren längst über alle geographischen Grenzen hinweg.</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.jungewelt.de/img/700/86714.jpg" /></p>
<p>Zusammenarbeit und Austausch der Beschäftigten tun also Not, und das geht nicht ohne Organisation. UNI Global Union ist der weltweit wichtigste Dachverband der Dienstleistungswerkschaften, und ihre Handelssektion UNI Commerce veranstaltete in der vergangenen Woche ein internationales Jugendcamp in der ver.di-Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe. Wer dabei an Ferienlager denkt, liegt falsch: Eher war es ein intensives Seminar für Nachwuchsführungskräfte der Arbeiterbewegung des 21. Jahrhunderts. Eine Woche lang diskutierten die rund 30 Teilnehmer­innen und Teilnehmer aus Asien, Amerika und Europa über die wichtigen Trends ihrer Branche wie Onlinehandel, Konzentrationsprozesse und Rationalisierung der Logistikketten. »Es geht um die längsten Öffnungszeiten, die niedrigsten Preise und die größten Verkaufsflächen«, brachte Uli Dalibor von ver.di die Sache auf den Punkt. »Und all das kostet Geld – Geld, das die Konzerne intern aufbringen wollen, indem sie die Löhne ihrer Beschäftigten herabdrücken.«<span id="more-1473"></span></p>
<p>Aber wie kann man effektiv etwas dagegen tun? Die Teilnehmer begannen zunächst mit einer Bestandsaufnahme: Wie sehen die Arbeitsbedingungen in verschiedenen Unternehmen, Ländern und Weltregionen aus? Das ehrgeizige Ziel der jungen Gewerkschafter: Bis zum nächsten UNI-Weltkongress im kommenden Jahr soll ein gemeinsamer internationaler Forderungskatalog stehen. Dass sie ernstzunehmende globale Akteure sind, haben internationale Gewerkschaftsorganisationen wie UNI und IndustriALL in den vergangenen Jahren nicht zuletzt mit dem Bangladesch-Abkommen nach der Rana-Plaza-Katastrophe bewiesen: Nicht allen, aber einem Großteil der dort involvierten Modekonzerne konnten handfeste und überprüfbare Vereinbarungen zur Verbesserung der Arbeits- und Sicherheitsstandards in den Textilfabriken der dritten Welt abgerungen werden.</p>
<p>»Für mich war das eine großartige Chance zu sehen, wie andere Organisationen in vergleichbaren Situationen arbeiten«, sagte die 30jährige Norika aus Sri Lanka. In der Hauptstadt Colombo organisiert die junge Postangestellte gewerkschaftliche Bildungsveranstaltungen für Supermarktbeschäftigte – ehrenamtlich in ihrer Freizeit. »Ein Treffen mit einer so breiten Beteiligung aus so unterschiedlichen Erdteilen – das habe ich noch nicht erlebt«, so Ryan (29), der in New York als »Education organizer« in einem »Workers center« arbeitet und Einzelhandelsangestellte in Abendkursen über ihre Rechte aufklärt. Meist seien das prekär Beschäftigte, die nie Kontakt zu Gewerkschaften hatten, geschweige denn je in den Genuss von Tarifverträgen gekommen sind. »Verglichen damit geht es uns in Schweden großartig«, meinte Josefin (25), LKW-Fahrerin bei einem Lebensmittelgroßhändler aus Vasteras bei Stockholm. »Aber es hat mich daran erinnert, dass wir uns nicht zurücklehnen dürfen.«</p>
<p>So wurde deutlich: Auch in Zeiten von Internet und »Social media« braucht man reale und nicht nur virtuelle Diskussionen, braucht man über Chats und Mailinglisten hinaus Gesprächsrunden, bei denen man sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzt. Und man braucht Orte, an denen man sie führen kann. Um so bedauerlicher fanden die Teilnehmer aus aller Welt, dass ver.di beabsichtigt, die Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe zum Jahresende zu schließen. Einen politischen Beschluss dazu gibt es nicht, Medienberichten zufolge handelt es sich um eine nicht mal gewerkschaftsintern kommunizierte Entscheidung der ver.di-Immobilienverwaltung. Das Grundstück direkt am Havelufer gilt als attraktives Bauland für hochpreisige Eigentumswohnungen.</p><p>The post <a href="https://work-in-progress-journalisten.de/die-lieferketten-organisieren/">Die Lieferketten organisieren</a> first appeared on <a href="https://work-in-progress-journalisten.de">Journalistenbüro work in progress</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>&#8222;When a dog bites a man, that&#8217;s not news &#8230;</title>
		<link>https://work-in-progress-journalisten.de/when-a-dog-bites-a-man-thats-not-news/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2015 15:27:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Notizbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>but when a man bites a dog, that&#8217;s news.&#8220; So antwortete John B. Bogart, Redakteur der New Yorker  Zeitung The Sun, 1880 auf die Frage &#8222;What is news?&#8220;. Was Interesse finden soll, muss sich vom Alltäglichen unterscheiden. Nicht nur Zeitungsverleger &#8230; <a href="https://work-in-progress-journalisten.de/when-a-dog-bites-a-man-thats-not-news/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>The post <a href="https://work-in-progress-journalisten.de/when-a-dog-bites-a-man-thats-not-news/">„When a dog bites a man, that’s not news …</a> first appeared on <a href="https://work-in-progress-journalisten.de">Journalistenbüro work in progress</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>but when a man bites a dog, that&#8217;s news.&#8220;</em></p>
<p>So antwortete John B. Bogart, Redakteur der New Yorker  Zeitung <em>The Sun</em>, 1880 auf die Frage &#8222;What is news?&#8220;. Was Interesse finden soll, muss sich vom Alltäglichen unterscheiden.</p>
<p>Nicht nur Zeitungsverleger und PR-Agenten, auch Betriebsräte und Gewerkschafter sollten die &#8222;Man-bites-dog&#8220;-Formel im Hinterkopf behalten, wenn sie die Öffentlichkeit &#8211; oder auch &#8222;nur&#8220; die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb &#8211; für ihr Anliegen gewinnen wollen. <span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><br />
</span></span></p>
<p><a href="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-4-Interesse-wecken-aber-wie-002.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-824" src="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-4-Interesse-wecken-aber-wie-002.jpg" alt="Tafel-4-Interesse-wecken-aber-wie-002" width="1501" height="1940" srcset="https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-4-Interesse-wecken-aber-wie-002.jpg 1501w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-4-Interesse-wecken-aber-wie-002-232x300.jpg 232w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-4-Interesse-wecken-aber-wie-002-792x1024.jpg 792w" sizes="(max-width: 1501px) 100vw, 1501px" /></a>Aber wie fängt man das an? Was muss in den ersten Satz? Wie kann man Texte einfach und sinnvoll strukturieren? Um diese Fragen ging es in unserem Schreib-Workshop für Betriebsräte und aktive Kolleginnen und Kollegen, den wir letzte Woche in Lüdenscheid, NRW, moderiert haben.<span id="more-823"></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-3-Strukturieren-durch-Fragen-next-step.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-828" src="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-3-Strukturieren-durch-Fragen-next-step.jpg" alt="Tafel-3-Strukturieren-durch-Fragen-next-step" width="2357" height="1847" srcset="https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-3-Strukturieren-durch-Fragen-next-step.jpg 2357w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-3-Strukturieren-durch-Fragen-next-step-300x235.jpg 300w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-3-Strukturieren-durch-Fragen-next-step-1024x802.jpg 1024w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-3-Strukturieren-durch-Fragen-next-step-383x300.jpg 383w" sizes="auto, (max-width: 2357px) 100vw, 2357px" /></a></span></span>Einen Text für Blog, Infoblatt oder Betriebszeitung schreiben kann jeder. Gleichwohl fährt man besser, wenn man ein paar Regeln beachtet. Das ist keine Geheimwissenschaft. Es geht um simple Dinge wie:</p>
<p>&#8211; Kurze Sätze sind besser als lange.<br />
&#8211; Verwende nur Formulierungen, die du selbst verstehst.<br />
&#8211; Verbreite keine Gerüchte, sondern halte dich an die Fakten.<br />
&#8211; Die wichtigste Information gehört in den ersten Satz.<br />
&#8211; Was ist das Neue an deiner Information?<br />
&#8211; Warum ist sie wichtig für die Kolleginnen und Kollegen?</p>
<p><a href="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-5-die-news-pyramide.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-829" src="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-5-die-news-pyramide.jpg" alt="Tafel-5-die-news-pyramide" width="1835" height="1798" srcset="https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-5-die-news-pyramide.jpg 1835w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-5-die-news-pyramide-300x294.jpg 300w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-5-die-news-pyramide-1024x1003.jpg 1024w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/Tafel-5-die-news-pyramide-306x300.jpg 306w" sizes="auto, (max-width: 1835px) 100vw, 1835px" /></a>Diese Fertigkeiten erlernt man am besten durch praktisches Üben. Sinnvollerweise übt man am besten »offline« bzw. in einer geschützten Seminaratmosphäre: Niemand muss fürchten, Fehler zu machen, Ergebnisse können solidarisch und kollektiv reflektiert und diskutiert werden.</p>
<p>Da wir nicht mit 08/15-Aufgaben, sondern anhand realer Problemstellungen aus der konkreten betrieblichen Praxis geübt haben, hatten wir am Ende nicht nur alle etwas gelernt &#8211; die Kolleginnen und Kollegen konnten auch ein unmittelbar verwertbares Resultat mit nach Hause nehmen.</p>
<p class="western"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/feedback.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-833" src="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2015/09/feedback.jpg" alt="feedback" width="463" height="720" srcset="https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/feedback.jpg 463w, https://work-in-progress-journalisten.de/wp-content/uploads/2015/09/feedback-193x300.jpg 193w" sizes="auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px" /></a></span></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
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		<title>Lernort für die globale Gewerkschaft</title>
		<link>https://work-in-progress-journalisten.de/lernort-fuer-die-globale-gewerkschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jul 2014 09:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin Mitbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit zehn Jahren ist sie für Gewerkschafter ein Ort, global denken zu lernen. An Studienorten wie etwa Pennsylvania, Johannesburg und Kassel. Allerdings sind Deutsche unter den Kurzstudenten immer noch eine Seltenheit. Von Jörn Boewe und Johannes Schulten, Magazin Mitbestimmung 07+08/2014 &#8230; <a href="https://work-in-progress-journalisten.de/lernort-fuer-die-globale-gewerkschaft/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Seit zehn Jahren ist sie für Gewerkschafter ein Ort, global denken zu lernen. An Studienorten wie etwa Pennsylvania, Johannesburg und Kassel. Allerdings sind Deutsche unter den Kurzstudenten immer noch eine Seltenheit.</b><br />
<i><br />
</i><i><a href="http://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/50686_50696.htm" target="_blank">Von Jörn Boewe und Johannes Schulten, Magazin Mitbestimmung 07+08/2014</a></i></p>
<p>Vielleicht ist es das, was sich die Organisatoren der Global Labour University vorstellen, wenn sie von einem globalen Dialog auf Augenhöhe sprechen: Neil Coleman, südafrikanischer Gewerkschafter, aktiv in der Anti-Apartheid-Bewegung, Mitglied der Forschungsabteilung des Dachverbandes COSATU, hemdsärmelig, referiert über Probleme der Tarifpolitik in Südafrika. Und darüber, wie sein Land von Brasilien lernen kann: von der dortigen Mindestlohnpolitik, der Formalisierung des Arbeitsmarktes und der Rolle der brasilianischen Gewerkschaften. Ihm lauschen knapp 120 Leute aus Botswana, Indien, China, England oder Deutschland. Die meisten von ihnen sind aktive Gewerkschafter oder gewerkschaftsnahe Wissenschaftler. Prekäre Beschäftigung, fehlende oder zu niedrige Mindestlöhne – das sind auch ihre Probleme.</p>
<div style="clear: both; text-align: center;"><a style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" href="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2014/07/DSC_0364.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/wp-content/uploads/2014/07/DSC_0364-300x199.jpg" alt="" width="400" height="265" border="0" /></a></div>
<p><span id="more-197"></span></p>
<p><a name="more"></a>Globaler Dialog auf Augenhöhe und keine schlichte Übertragung europäischer Lösungen für den globalen Süden – das war der Anspruch, als die Global Labour University, kurz GLU, auf Initiative der Internationalen Arbeitsorganisation, der ILO, gegründet wurde. Zehn Jahre ist das inzwischen her. „Eine Zeit mit vielen spannenden Begegnungen und Diskussionen“, sagt Frank Hoffer. Hoffer, der die GLU im Auftrag der ILO koordiniert, war von Anfang an dabei. 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast 60 Ländern haben das durch die Hans-Böckler- und die Friedrich-Ebert-Stiftung unter- stützte Studium inzwischen abgeschlossen. „Besonders freut mich, dass der Großteil von ihnen der Gewerkschaftsbewegung treu geblieben ist“, sagt er.</p>
<p><b>VOM SÜDEN LERNEN</b></p>
<p>Es ist Freitag, der 16. Mai, in Berlin-Schöneberg. Der Hörsaal B 101 der Hochschule für Wirtschaft und Recht ist brechend voll. Die Global Labour University feiert ihr Jubiläum mit einer großen Konferenz. Gut 250 Besucher aus mindestens 20 Ländern sind zu der dreitägigen Veranstaltung gekommen, um in zahlreichen Workshops über soziale Ungleichheit und deren Bekämpfung zu diskutieren.</p>
<p>Ein globaler Dialog, so Hoffer, erfordert aber auch, dass Europa in den Süden schaut – schon im eigenen Interesse: „Es ist eine Illusion, zu glauben, wir könnten in Deutschland unser Modell der industriellen Beziehungen unverändert aufrechterhalten, wenn gleichzeitig Arbeitnehmerrechte in anderen Ländern demontiert werden.“ Auch wenn sich die Rahmenbedingungen durchaus verbessert haben. Damals wurde die EU zur treibenden Kraft neoliberaler Reformen. Heute sei diese neoliberale Hegemonie eingeschränkt und sieht der ILO-Experte ein „window of opportunity“ für soziale Reformen im globalen Süden, mitgetragen von Gewerkschaften und sozialen Bewegungen. So habe die brasilianische Arbeiterpartei (PT), unterstützt von der Gewerkschaftszentrale CUT, das Land fundamental verändert. Und so sei in Südafrika mit dem Gewerkschaftsverband COSATU ein zentraler Garant für die demokratische Transformation der Gesellschaft entstanden. Und in Indien haben Frauen eine Gewerkschaft von Arbeiterinnen in der informellen Wirtschaft mit fast zwei Millionen Mitgliedern aufgebaut. Das sei einzigartig in der Welt, sagt Hoffer. „Davon können und müssen wir im Norden lernen“, dafür brauche man einen Rahmen.</p>
<p>Diesen Rahmen will die GLU stellen. Kern ist das einjährige Masterstudium an fünf Standorten mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten. In Deutschland bietet die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht gemeinsam mit der Universität Kassel den Studiengang „Labour Policies and Globalization“ an, einen Schwerpunkt für Makroökonomie und Globalisierungsforschung. In Südafrika legt der Partner, die University of the Witwatersrand in Johannesburg, ihren Fokus auf „Labour and Development“. Während sich die staatliche Universität von Campinas, Brasilien, mit der Rolle multinationaler Konzerne in der Globalisierung beschäftigt. Und am Tata Institute of Social Sciences in Mumbai, Indien, wird zur informellen Beschäftigung in der Weltwirtschaft geforscht. Während jetzt im Herbst der fünfte Studiengang „Labour and Global Workers’ Rights“ an der Pennsylvania State University, USA, beginnt. Darüber hinaus haben die Studierenden die Möglichkeit, durch Praktika in Organisationen wie der ILO, der internationalen Abteilung des DGB, anderer Gewerkschaften oder der Hans-Böckler-Stiftung wichtige Praxiserfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Die GLU zielt nicht nur auf den gewerkschaftlichen und wissenschaftlichen Nachwuchs ab, sondern ebenso auf gestandene Funktionäre. „Auch vielen erfahrenen Gewerkschaftssekretären mangelt es oft an einem Verständnis für Lohnbildungsprozesse oder andere makroökonomische Zusammenhänge“, sagt Hansjörg Herr, Professor für supranationale Wirtschaftsintegration an der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Auch da könne man viel vom Süden lernen. „Etwa wie die brasilianischen Kollegen erfolgreiche Mindestlohnstrategien entwickelt haben, um die Lohnspreizung zu verringern, und damit zugleich ihre eigene Machtbasis gefestigt haben.“</p>
<p><b>GLU-ABSOLVENTEN</b></p>
<p>Der avisierte Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist allerdings nicht immer einfach. „Bei uns auf den Philippinen gab es lange Zeit eine Barriere zwischen Gewerkschaften und Wissenschaft“, erzählt Verna Dinah Viajar, die in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit auf den Philippinen tätig ist. Sie gehört zur GLU-Abschlussklasse von 2004 und ist zur Konferenz nach Berlin gekommen. Diese Distanz habe in erster Linie mit dem mangelnden Interesse der Gewerkschaften zu tun gehabt. Doch auch die Wissenschaft trage ihren Anteil, „weil sie sich nicht mit unseren Themen beschäftigt hat“, so Viajar. Die GLU sei daher eine „Riesenchance“ gewesen, diese Art von praxisnaher Wissenschaft zu lernen. Nach ihrer Rückkehr beteiligte sich Viajar an der Gründung des „Research Department“ bei einem gewerkschaftlichen Bildungsträger. Heute erstellt sie Branchenanalysen und Statistiken als Grundlage für Kollektivverhandlungen.</p>
<p>Auch Jô Portilho hat die Global Labour University weitergebracht. Die Aktivistin in der brasilianischen Bankengewerkschaft CONTRAF gibt heute für den Gewerkschaftsdachverband CUT Kurse zu internationaler Gewerkschaftsarbeit.<br />
Während das Programm international sehr beliebt ist, würde man sich allerdings über mehr Bewerbungen aus Deutschland freuen. „Die GLU wird noch zu wenig von der deutschen Gewerkschaftsbewegung genutzt“, sagt Christoph Scherrer, Professor an der Universität Kassel. Zumal „bei Sekretären der DGB-Gewerkschaften und Betriebsräten besteht ein großen Nachholbedarf an internationaler Kompetenz“.</p>
<p>Daher entwickelt die GLU zur Zeit einen Onlinekurs, der auf Betriebsräte und gewerkschaftliche Funktionäre mit wenig Zeit zugeschnitten ist. Viele deutsche Gewerkschaften verzichten ungern für ein ganzes Jahr auf ihre hauptamtlichen Mitarbeiter, auch Betriebsräte aus international agierenden Unternehmen haben selten die Möglichkeit, sich für ein Jahr freistellen zu lassen. Für Scherrer geht damit enorm viel Potenzial verloren. Denn mehr denn je sei in der aktuellen Finanzkrise ein internationaler Austausch wichtig. „Eines der großen Probleme der Krise ist, dass die Gewerkschaften zu wenig kooperieren“, sagt er. Mit ihrem Alumni-Netzwerk, internationalen Konferenzen oder dem Debattenmagazin „Global Labour Columns“ bietet die GLU eine Plattform, sich über die verschiedenen Blickwinkel auf die Krise auszutauschen.</p>
<p>Frank Zach, 53, ist einer der wenigen deutschen Gewerkschafter, die einen Studiengang an der Global Labour University abgeschlossen haben. Und er hat es nicht bereut – wenn auch gewisse Berührungsängste da waren, wie er eingesteht – gerade was die notwendigen Englischkenntnisse betrifft. „Den letzten Englischunterricht hatte ich in der Realschule.“ Als er erstmals von der GLU hörte, war er beim DGB Baden-Württemberg für Arbeitsmarktpolitik zuständig. „Ich habe ein paar Sprachkurse gemacht und mich dann getraut, mich zu bewerben.“ Heute ist Zach in der internationalen Abteilung beim DGB-Bundesvorstand in Berlin tätig und kümmert sich auch um Kontakte­ zu Gewerkschaftern weltweit. Dabei hilft ihm das Netzwerk natürlich. Trotzdem ist die GLU für Zach keine Ausbildungsstätte für internationale Sekretäre, sondern „ein Ort, global denken zu lernen“.</p>
<p>Was auch den Blick auf die eigene Arbeit verändere: etwa wenn man bei der Mitgliederwerbung mitbedenkt, dass „jedes neue Mitglied in Deutschland den internationalen Organisationsgrad steigert“, sagt Zach.</p>
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<h4>Stipendien und Anschubfinanzierung: Böckler fördert GLU-Studenten</h4>
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<p>Die Studienförderung der Hans-Böckler-Stiftung ermuntert ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten, an der Global Labour University zu studieren. Etwa wenn sie nach ihrem Bachelor an mindestens zwei von fünf internationalen Studienorten der GLU ihren Masters machen wollen – z.B. in Kassel, Mumbai oder Johannesburg. Die Förderung läuft dann über zwei Semester, das Stipendium beträgt bis zu 1000 Euro plus Auslandszulage. Außerdem fördert die Böckler-Stiftung vier Stipendien von internationalen, externen Bewerbern, die an der GLU studieren wollen, berichtet Veronika Dehnen, die für die Betreuung der GLU-Stipendiaten zuständige Referatsleiterin. Seit 2005 hat die Hans-Böckler-Stiftung – zusammen mit der ILO, der FES, dem BMZ und dem DAAD – das Projekt der Global Labour University mit einer Anschubfinanzierung auf den Weg gebracht.</p>
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