Jetzt mal ernst

Schlichtung: Die Bahn hat sich auf die GDL zubewegt. Gewonnen ist damit noch nichts

Von Jörn Boewe und Johannes Schulten, Der Freitag, 28. Mai 2015

GDL

7. November 2014 vor dem Bahn-Tower in Berlin

Länger als jeder andere Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn hätte er werden sollen, aber dann war er nach zwölf Stunden vorbei. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags vor Pfingsten einigten sich die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Staatskonzern auf eine dreiwöchige Schlichtung. Weiterlesen

Problemfall Werkvertrag

Durch Outsourcing an Subunternehmer drücken viele Unternehmer Löhne und Sozialstandards. Oft sind diese Konstruktionen rechtswidrig – und dennoch schwer angreifbar. Das will die Bundesarbeitsministerin jetzt ändern. Eine wirksame Eindämmung des Werkvertragsmissbrauchs erfordert jedoch weitergehende Maßnahmen.

Dazu ein aktueller Artikel von uns im DGB-Debattenmagazin gegenblende.de

Ein Kreuz für den Streik

Die Pflegekräfte am Berliner Uniklinikum Charité entscheiden seit Dienstag per Urabstimmung über einen Arbeitskampf. Ergebnis soll am 5. Juni vorliegen. Es geht um mehr Personal.

Von Jörn Boewe und Johannes Schulten, taz Berlin, 27. Mai 2015

Unbesetzte Stellen, unzählige Überstunden, keine Pausen – die Klagen derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, ähneln sich: „Ich haben momentan 119 Überstunden und das bei einer zwei-Drittel-Stelle“, sagt eine Krankenschwester, die auf einer Kinderstation arbeitet.

Nach Gewerkschaftsangaben müssen sich 75 Prozent der Verdi-Mitglieder für die Arbeitsniederlegung aussprechen. Niemand hier an der Wahlurne zweifelt an diesem Morgen, dass das Quorum erreicht wird. „Der Leidensdruck auf allen Stationen ist enorm“, sagt ein Pfleger.

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Tarifwerker mit Draht zur Belegschaft

Sie stellen Weichen in den Tarifrunden, sind beteiligt an den Ergebnissen, übernehmen Verantwortung. Wir stellen vier ehrenamtlich aktive Gewerkschafter/-innen vor – aus ver.di, GEW, IG Metall und NGG –, die über unsere Arbeitsbedingungen mitbestimmen.

Von Jörn Boewe und Johannes Schulten, Magazin Mitbestimmung, Ausgabe 4+5/2015

4917 Tarifverträge wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen und im Tarifregister des Bundesministeriums für Arbeit eingetragen. Fast zwei Drittel davon sind Firmentarifverträge, laut dem Böckler-Tarifarchiv. Doch wie kommen diese Vereinbarungen eigentlich zustande? Sicher: Jeder kennt die Fernsehbilder von Verhandlungsrunden, die manchmal bis in die frühen Morgenstunden andauern, Bilder von Warnstreiks, wenn sich am Verhandlungstisch nichts mehr bewegt, und von den Verhandlungsführern, die am Ende doch ein Ergebnis vor den TV-Kameras verkünden. Aber bevor es so weit ist – wer entscheidet darüber, was genau in so einer Tarifrunde gefordert wird? Und darüber, ob das Angebot der Arbeitgeber nun angenommen oder abgelehnt wird? Weiterlesen

Hegemonie – ein Lehrstück

Seit nunmehr zwei Jahren dauert der Streik bei Amazon an. Unter dem Titel „Hegemonie – ein Lehrstück“ analysieren wir in der Wochenzeitung der Freitag Hintergründe und Perspektiven eines Arbeitskampfes, in dem es um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft der Arbeitsbedingungen im Handel geht. Zukunftsweisend ist der Konflikt auch wegen der von beiden Seiten – Gewerkschaft und Unternehmen – eingesetzten Methoden des „Organizing und Counter-Organizing“. Und nicht zuletzt ist der Amazon-Streik ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit, „multinationale Konzerne und globale Wertschöpfungsketten als Ganzes in den Blick zu nehmen“ (IG Metall-Vorsitzender Detlef Wetzel).

»Nicht so dramatisch«: Charité weist ver.di-Forderung zurück

Drei Tage nach dem Warnstreikaufruf der Gewerkschaft ver.di hat die Leitung des Berliner Uniklinikums Charité zum erstmals öffentlich Stellung zu den Forderungen der Beschäftigten genommen – eigentlich nur halböffentlich. Vier Journalisten wurden zu einem Hintergrundgespräch eingeladen – angesichts eines offenen Tarifkonflikts eine eigenartige Kommunikationspolitik, vor allem für ein öffentliche Institution.

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Charité-Beschäftigte wollen Pflegenotstand wegstreiken

„Diagnose: Heilung kaum mehr möglich“, heißt eine Geschichte von Jörn Boewe und Johannes Schulten in der heutigen Berliner taz. An Berlins Uniklinikum, der Charité, gehen die Krankenschwestern und Pfleger auf die Barrikaden. Am Montag und Dienstag soll gestreikt werden. Das Besondere: Es geht nicht um mehr Geld, sondern um mehr Personal.

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Grafitto am Campus Virchow-Klinikum der Charité, Berlin-Wedding, Amrumer Straße

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Mehr Lohn am Kai

Der deutsche Seegüterumschlag boomt. Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert 6,8 Prozent mehr Geld für Hafenarbeiter

Von Jörn Boewe, junge Welt, 16. April 2015

Die Hafenarbeiter der deutschen Seehäfen fordern ein kräftiges Lohnplus. Die Tarifverhandlungen für die 15.000 Beschäftigten zwischen Papenburg und Ueckermünde sind am gestrigen Mittwoch in Hamburg in die zweite Runde gegangen. Bei Redaktionsschluss lag noch kein Ergebnis vor.

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Rückenwind für Mitbestimmung

Enercon wollte einem Betriebsratsvorsitzenden kündigen, weil er sich für Leiharbeiter eingesetzt hat. Dafür gab es jetzt vom Arbeitsgericht Magdeburg eine Abfuhr. Eine wichtige Etappe im Kampf um gewerkschaftliche Strukturen in Deutschlands Windenergiebranche

Von Jörn Boewe und Johannes Schulten, Magazin MItbestimmung, 03/2015

nils2013Es war ein langer Kampf. Ein Dreivierteljahr lang musste sich Nils-Holger Böttger gegen den Versuch seines Arbeitgebers wehren, ihm zu kündigen, ihn als Betriebsratsvorsitzenden abzusetzen und aus dem Betrieb zu drängen. Aber Böttger ist Ausdauersportler, Triathlet, er kann durchhalten. „Jetzt“, sagt der hochgewachsene Windkraftanlagenmonteur nach der Urteilsverkündung, „haben wir es endlich schriftlich, dass die deutschen Gesetze auch in der Windkraftbranche gelten.“ Weiterlesen

Leuchttürme der Prekarisierung

Von Jörn Boewe, neues deutschland, 20. März 2015

Für 1,3 Milliarden Euro hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) ihren neuen Hauptsitz in Frankfurt-Ostend errichten lassen. Das war ein Drittel mehr als geplant. In Europas Krisenstaaten, in denen die EZB auf die Umsetzung von »Arbeitsmarktreformen« drängt, die im Kern Lohnsenkungen und den Abbau von Beschäftigtenrechten bedeuten, dürfte der Megabau als obszöne Machtdemonstration verstanden werden. Ob das so beabsichtigt oder einfach nur in Kauf genommen wird, darüber lässt sich nur spekulieren. Fest steht dagegen, dass die EZB nicht nur im großen Maßstab die Prekarisierung der Arbeitsmärkte vorantreibt. Sie tut das auch nach innen, gegenüber den eigenen Mitarbeitern oder genauer: gegenüber einem wachsenden Teil der eigenen Beschäftigten. Weiterlesen